Gebäudereinigung Tarif – Das verdienen Gebäudereiniger

Etwa seit den 70er Jahren werden Reinigungsdienstleistungen immer öfter an darauf spezialisierte Dienstleistungsunternehmen vergeben, denn der Anteil der Kosten für firmeneigenes Reinigungspersonal liegt bei mehr als 70 Prozent der gesamten Betriebskosten. Vorrangig wird der Wettbewerb über die Höhe der Löhne für Reinigungskräfte ausgetragen.

Durch den Wegfall der Meisterpflicht in der Branche der Gebäudereiniger seit 2004 drängten auch immer mehr Einzelunternehmer aus der EU auf den Markt und sorgten für eine Verschärfung des Wettbewerbs. Die Einführung eines Gebäudereinigung Tarif – auch für die Gebäudereinigung Karlsruhe - wurde notwendig.

 

Mindestlohn ab Juli 2007

Seit 2007 muss Reinigungskräften in der Gebäudereinigung Lohn nach Tarif gezahlt werden. Mindestlohnregelungen in dieser Branche gibt es aufgrund der Ende der 70er Jahre ausgehandelten Lohntarifverträge schon länger. Gültig ist der Gebäudereinigung Tarif dabei auch für geringfügig Beschäftigte sowie Teilzeitarbeitnehmer, denn es kommt nicht auf den Umfang der Tätigkeit an, sondern auf die Art der Tätigkeit. Auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Leiharbeit in Karlsruhe fallen unter den Tarif. Grundsätzlich gibt es Unterschiede bei den Tarifen zwischen Ost (neue Bundesländer) und West (alte Bundesländer). Eine Angleichung der Löhne ist bis 2019 vorgesehen.

 

Mindestlohntarif für in der Gebäudereinigung gewerbliche Beschäftigte

Der Gebäudereinigung Tarif über den Mindestlohn für gewerblich Beschäftigte in dieser Branche stimmt mit den Lohngruppen 1 und 6 des geltenden Lohntarifvertrags überein. Durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) wird dieser für die Innen- und Unterhaltsreinigung (Lohngruppe 1) und die Glas- und Fassadenreinigung (Lohngruppe 6) als allgemeinverbindlich per Rechtsverordnung erklärt. Der Geltungsbereich für den Gebäudereinigung Tarif erstreckt sich deshalb auch auf Arbeitgeber sowie Arbeitnehmer, die nicht tarifgebunden sind. Dazu zählen auch nach Deutschland entsandte Beschäftigte von Unternehmen mit Sitz im europäischen Ausland. Der Mindestlohn gilt als gesetzlicher Branchenmindestlohn zwingend für sämtliche im Gebäudereiniger-Handwerk bestehenden Betriebe, ganz gleich ob eine Mitgliedschaft in einem Verband oder einer Gewerkschaft besteht. Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls übernimmt die Prüfung der Einhaltung der Mindestlöhne.

 

Tarifverträge ab 2016

Seit dem 1. Januar 2016 sind Lohntarifvertrag sowie Mindestlohntarifvertrag 2016/2017 in der Gebäudereinigung in Kraft. Allgemeinverbindlich ist der Mindestlohntarifvertrag per Rechtsverordnung des BMAS seit dem 1. März 2016. Die Lohngruppen 1 und 6 gelten im Gebäudereinigung Tarif zwingend als Mindestlohn für alle Beschäftigten, von denen überwiegend Gebäudereinigungsdienstleistungen erbracht werden. Die Höhe der einzelnen Vergütungssätze für Arbeitnehmer in Karlsruhe sind im durch den BIV (Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks) und der IG BAU (Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt) geschlossenen Lohntarifvertrag geregelt. Entsprechend des Lohntarifvertrags erhalten damit Beschäftigte der Lohngruppe 1 seit 1. März 2016 9,80 EUR bzw. 8,70 EUR (West bzw. Ost) und Beschäftigte der Lohngruppe 6 12,98 EUR bzw. 11,10 EUR (West bzw. Ost). Ab 2017 erfolgt eine Erhöhung auf 10,00 EUR bzw. 9,05 EUR in Lohngruppe 1 und 13,25 EUR bzw. 11,53 EUR in Lohngruppe 6. Dabei gilt grundsätzlich immer der Mindestlohn der Arbeitsstelle, auf der ein Beschäftigter zuerst gearbeitet hat.